Gemeinsam bleiben – auch wenn Demenz das Leben verändert
Wenn bei einem Partner Demenz diagnostiziert wird, verändert sich das gemeinsame Leben. GemeinsamBleiben schafft eine neue Perspektive: Das Paar zieht rechtzeitig gemeinsam in eine neue Wohnung innerhalb eines Wohnprojekts – zu einem Zeitpunkt, an dem beide sich noch gemeinsam in der neuen Umgebung einleben können.
Dort verbinden sich privates Wohnen, Gemeinschaft und ambulante Unterstützung.
So soll das Paar auch bei wachsendem Unterstützungsbedarf möglichst lange zusammenleben können.
GemeinsamBleiben ist kein Vorsorge-Wohnprojekt.
Es richtet sich ausschließlich an Paare, bei denen bereits ein Partner eine Demenzdiagnose hat.

Warum rechtzeitig gemeinsam umziehen?
Eine Demenzerkrankung verändert den Alltag meist schrittweise. Der andere Partner übernimmt immer mehr Verantwortung – oft lange, bevor von einer akuten Überforderung gesprochen wird. GemeinsamBleiben setzt deshalb nicht erst dann an, wenn das Wohnen zu Hause nicht mehr funktioniert.
Der gemeinsame Umzug soll möglichst zu einem Zeitpunkt erfolgen, an dem beide Partner die neue Wohnung, die Menschen im Haus und die Umgebung noch gemeinsam kennenlernen können. So kann der Umzug zu einer gemeinsamen Entscheidung für einen neuen Lebensort werden – bevor die bisherige Wohnsituation nicht mehr trägt.
Nicht warten, bis eine Trennung unvermeidbar erscheint – sondern vorher gemeinsam einen neuen Ort zum Leben finden.
Eine eigene Wohnung. Gemeinschaft. Unterstützung.
GemeinsamBleiben verbindet drei Dinge, die im Alltag zusammenwirken sollen:
Privates Wohnen:
Jedes Paar lebt in einer eigenen, abgeschlossenen Wohnung und gestaltet seinen Alltag so selbstbestimmt wie möglich.
Gemeinschaft:
Gemeinschaftsräume und eine überschaubare Nachbarschaft schaffen Begegnung, Verlässlichkeit und gegenseitige Unterstützung.
Ambulante Unterstützung:
Pflege und weitere Hilfen werden durch vorhandene Anbieter organisiert und können mit dem Unterstützungsbedarf wachsen. Wohnen und Pflege bleiben dabei organisatorisch voneinander getrennt.
Je nach Projekt können ergänzend auch weitere Bewohnerinnen und Bewohner Teil der Hausgemeinschaft sein.
GemeinsamBleiben ist keine Pflegeeinrichtung, sondern ein Wohnprojekt mit verlässlichen Unterstützungsstrukturen.
Gemeinschaft ersetzt keine Pflege
Gemeinschaft kann Nähe, Verlässlichkeit und Unterstützung im Alltag schaffen. Sie ersetzt jedoch keine professionelle Pflege.
Pflege und individuelle Hilfen werden durch ambulante Dienste und andere geeignete Anbieter erbracht und können sich an einen wachsenden Bedarf anpassen.
Zur Struktur von GemeinsamBleiben gehört außerdem eine regelmäßige professionelle Begleitung der Hausgemeinschaft. So können Veränderungen frühzeitig angesprochen und passende Unterstützung organisiert werden.
Nicht jedes GemeinsamBleiben-Projekt sieht gleich aus
GemeinsamBleiben ist kein starres Bau- oder Organisationsmodell. Je nach Standort können sich Gebäude, Wohnungszahl, Partner aus der Wohnungswirtschaft, ambulante Angebote und organisatorische Strukturen unterscheiden. Auch die passende Rechts- und Trägerform wird für das jeweilige Projekt entwickelt. Entscheidend ist nicht, ob ein Projekt als Genossenschaft, mit einem Wohnungsunternehmen oder in einer anderen geeigneten Struktur umgesetzt wird. Entscheidend sind die Grundprinzipien:
Paare ziehen rechtzeitig gemeinsam ein, leben in einer eigenen Wohnung und finden Gemeinschaft und Unterstützung vor, bevor Überforderung eine Trennung notwendig machen kann.
Ein Projekt entsteht nur, wenn der Standort passt
GemeinsamBleiben soll nicht möglichst schnell an möglichst vielen Orten entstehen.
Ein Projekt wird nur weiterverfolgt, wenn die Voraussetzungen vor Ort wirklich tragen.
Dazu gehören insbesondere:
- ein erkennbarer Bedarf,
- geeignete Wohnmöglichkeiten oder ein geeigneter Standort,
- ambulante Pflege- und Unterstützungsangebote,
- verlässliche Partner aus Kommune, Wohnungswirtschaft und Pflege,
- eine tragfähige organisatorische und wirtschaftliche Struktur.
Deshalb beginnt ein neues Projekt nicht mit der Suche nach Bewohnern. Zuerst wird geprüft, ob GemeinsamBleiben an einem Standort sinnvoll und umsetzbar ist. Erst wenn eine reale Perspektive besteht, beginnt die Ansprache und Bildung der späteren Hausgemeinschaft.
Für Kommunen und mögliche Partner
GemeinsamBleiben kann nur entstehen, wenn vor Ort mehrere Akteure zusammenwirken. Dazu können je nach Standort gehören:
- Kommune,
- Wohnungsunternehmen oder anderer Immobilienträger,
- ambulante Pflege- und Unterstützungsdienste,
- weitere soziale oder gesundheitliche Partner.
Für Kommunen geht es dabei nicht darum, selbst Betreiber zu werden. Ihre Rolle kann vielmehr darin bestehen, das Vorhaben in bestehende Strukturen einzubinden, geeignete Ansprechpartner zusammenzubringen, mögliche Standorte zu unterstützen und politische Rückendeckung zu geben.
Eine Machbarkeitsprüfung kann klären, ob GemeinsamBleiben für einen Standort grundsätzlich sinnvoll ist und unter welchen Bedingungen eine Umsetzung möglich wäre.
Die Prüfung schafft eine Entscheidungsgrundlage – ohne Verpflichtung zur Umsetzung.
GemeinsamBleiben für KommunenFür Paare und Angehörige
GemeinsamBleiben richtet sich an Paare, bei denen bereits ein Partner eine Demenzdiagnose hat.
Noch gibt es das Wohnmodell nicht an vielen Standorten. Deshalb möchten wir keine frühen Interessentengruppen bilden, solange noch gar nicht feststeht, ob ein konkretes Projekt entsteht.
Wenn ein Standort in die Realisierung geht, beginnt auch die Ansprache der Menschen, die dort möglicherweise einziehen möchten.
Dann geht es nicht nur um Wohnungen, sondern auch darum, ob die Menschen miteinander leben können und ob die Erwartungen an Gemeinschaft, Unterstützung und Alltag zusammenpassen.
Wer sich interessiert, kann sich über neue Standorte informieren lassen, ohne sich bereits für ein Projekt festlegen zu müssen.
Über neue Standorte informiert werdenWarum wir GemeinsamBleiben entwickeln
GemeinsamBleiben ist aus einer einfachen Frage entstanden:
Warum soll eine Demenzerkrankung dazu führen, dass ein Paar getrennt lebt, nur weil die bisherige Wohnsituation irgendwann nicht mehr trägt?
Wir verbinden Erfahrungen aus gemeinschaftlichen Wohnprojekten mit der Perspektive pflegender Angehöriger und pflegefachlicher Expertise.
Daraus entsteht ein Wohnmodell, das nicht Pflege in den Mittelpunkt stellt, sondern das gemeinsame Leben als Paar.
GemeinsamBleiben soll deshalb keine besondere Wohnwelt neben dem normalen Leben schaffen, sondern normales Wohnen mit Gemeinschaft und verlässlicher Unterstützung verbinden.
Fragen zu GemeinsamBleiben?
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